Was ist Untangle Care?

Im Moment ist es ja insbesondere in Deutschland so, dass die Ärzte und Krankenkassen Einblick in die Daten haben, man aber als Privatperson nur schwierig hierauf zugreifen kann, insbesondere digital. Zwar gibt es erste Ansätze dies zu ändern, wenn aber am Ende immer noch die eigenen Daten auf den IBM Server liegen, dazwischen ein Unternehmen ist, welches Geld verdienen will, und hierzu gravierende Sicherheitsmängel (https://www.heise.de/security/…p-aufgedeckt-4207260.html) kommen, dann ist es für uns keine akzeptable Lösung.

An welche Zielgruppe richtet sich das Projekt?

Grundsätzlich entwickeln wir im Projekt die benötigten open source Technologie, um IOTA im Gesundheitswesen einzusetzen. Wir fokussieren uns also nicht ausschließlich auf eine gewisse Zielgruppe. Aber natürlich werden die typischen early Adopter die Technologie zuerst einsetzten.

Auf welche Version stützt sich das Projekt?

Die Vision, dass jeder im Besitz seiner eigenen Daten ist und diese auch selbst verwalten kann. Dabei muss das ganze System so benutzerfreundlich und transparent wie möglich sein.

Welche Hard- und Software wird für das Projekt eingesetzt?

Wir entwickeln hauptsächlich die benötigten Software Bibliotheken und Grundlagen um IOTA im Gesundheitswesen einsetzten zu können. Das fängt bei der IOTA C# Libary an, geht über den MAM FHIR Code bis hin zur einer API um den Zugriff auf die Daten für alle anderen zu vereinfachen. Zusätzlich entwickeln wir selbst noch eine Chatbot basierte Lösung als User Interface, weil wir davon ausgehen, dass dies das einfachste mögliche User Interface für viele Personen ist. Viele weniger technikaffine Personen zum Beispiel können ohne Probleme Whatsapp bedienen, haben aber Schwierigkeiten, wenn es darum geht sich einen Account zu erstellen. Diese Erfahrung hat uns übrigens überhaupt erst dazu geführt Chatbots im Gesundheitswesen zu erproben. Die IOTA basierte Chat App Chiota, die wir hierfür entwickeln, ist übrigens ebenfalls open source und kann sicherlich für viele Projekte spannend sein.

Auf der Hardware Seite wollen wir mit anderen Firmen zusammenarbeiten, um den Einsatz von IOTA hier schon während des Projektes zu testen. Wir werden selbst keine Hardware entwickeln, aber natürlich macht auch hier der Einsatz von IOTA sehr viel Sinn. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die durch Maschinen generierten Gesundheitsdaten eher zunehmen.

Wie läuft das Ganze dann technisch ab?

Die Vorstellung ist, dass man sich als Person einmal im System anmeldet, beispielsweise mit unserer Chatbot-Lösung und einen Seed erstellt. Wenn man dann anschließend die Daten bei seinem Arzt anfragt, werden diese in Form eines MAM-Streams abgespeichert. Hierbei werden aus regulatorischen Gründen vermutlich die personenbezogenen Daten nicht direkt im MAM-Stream gespeichert, sondern nur sogenannte Hashes. Die Daten selbst werden vermutlich in einen IPFS basierenden Gesundheitscluster abgespeichert werden, in welchem sichergestellt ist, dass die Daten bei Bedarf entsprechend der Datenschutzgrundverordnung auch wieder gelöscht werden können. Darüber hinaus wollen wir das FHIR Format nutzen, was quasi eine vereinheitliche Sprache für Gesundheitsdaten ist. Damit sollte es dann auch für den Nutzer möglich sein, jederzeit seinen Zugang zu seinen Daten in Form einer App oder eines Chatbots frei zu wechseln. Auf der anderen Seite wird es Kliniken dadurch ermöglicht die durch den Patienten freigegebenen Daten auch direkt in ihr EMR System einzulesen und somit effizient zur Behandlung des Patienten zu nutzen.

Wer sind die Projektinitiatoren / -beteiligten?

Das Projekt wurde von unserem niederländischen Startup PACT Care BV ins Leben gerufen. Chao Zhou, André Fialho und ich haben es Ende Mai dieses Jahr gegründet. Hinzu kommt noch Sebastian Fuhrhop, der uns schon vorher während des Antrages fleißig unterstützt hat und der unser erster Mitarbeiter werden wird. Darüber hinaus wollen wir noch eine weitere Person einstellen, welche uns bei dem Projekt unterstützt. Interessierte können sich also gerne bei uns melden.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen habt ihr?

Chao Zhou ist ein niederländischer Arzt und André Fialho hat seinen PhD am MIT gemacht und dann für Philips Healthcare in den USA gearbeitet. Ich selbst hab in Gelsenkirchen an mehreren Forschungsprojekten im Gesundheitsbereich gearbeitet. Dabei habe ich festgestellt, dass viele Personen immer noch Probleme mit einem einfachen Login haben und kam auf die Idee einen Chatbot zu entwickeln. Der Gesundheitschatbot Florence war dann relativ erfolgreich und wir drei haben uns darüber zusammengefunden und nach und nach gemeinsam versucht den Chatbot weiterzuentwickeln.

Was hat euch motiviert, das Projekt voranzubringen?

Als es darum ging die vom Chatbot generierten Daten mit einem Arzt zu teilen haben wir schnell festgestellt, dass dies aufgrund verschiedener Gesetze sehr schwer mit einem öffentlich verfügbaren Chatbot ist. Die einzige Möglichkeit ist meistens Chatbotlösungen für Ärzte oder Kliniken direkt zu entwickeln. Diese Lösungen wiederum führen dann nur dazu, dass die Daten für eine Klinik verfügbar sind. Die nächste Klinik hat wiederum keinen Zugriff hierauf. Mit IOTA hoffen wir hierfür eine Lösung zu entwickeln und somit den Datenfluss im Gesundheitswesen insgesamt zu verbessern.

Was motiviert euch dazu, das Projekt fortzuführen?

Jeder am Projekt beteiligte kennt die zahlreichen Probleme im Gesundheitswesen. Wie oft hat man beispielsweise schon gehört, dass Personen falsche Medikamente bekommen haben, welche sie eigentlich aufgrund ihr Patientenakte nicht hätten bekommen dürfen. Eine potentielle Lösung hierfür zu entwickeln, motiviert einen trotz der zahlreichen regulatorischen Schwierigkeiten an dem Projekt weiterzuarbeiten.

Kann die Community euch helfen? Wenn ja, wie?

Ja, auf jeden Fall und das hat sie auch schon mehrfach getan. Zum einen sind alle unsere Projekte Open Source, also kann jeder gerne auf Github (https://github.com/PACTCare) mithelfen bzw. kann den Code auch gerne für seine eigenen Projekte verwenden. Darüber hinaus helfen uns natürlich auch Seiten und Projekte wie einfachIOTA um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und mit den richtigen Personen in Kontakt zu treten. Weiterhin ist es immer hilfreich Feedback und Ideen zu bekommen, gerade hierbei haben uns schon zahlreiche Leute aus der Community geholfen.

PACT Care Webseite: https://pact.care/

Medium: https://blog.florence.chat/

Twitter: https://twitter.com/davidhawig

App Mockup: https://xd.adobe.com/view/2fdc…9-7bf6-1fec197d9821-59ed/

Proof of Concept Video: https://youtu.be/BXnkzEUQsTY