März 15, 2019

Projekt der Woche - ProductID

Projekt der Woche - ProductID

Dieses Mal stellen wir euch im Projekt der Woche das Projekt "ProductID" von dem Unternehmen Things Lab vor. Dabei geht es um digitale Zwillinge für Produkte. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist "ProductID"?

ProductID ist eine Crypto Smart Card-basierte Lösung, um Produkte und Objekte sicher identifizieren zu können. Die Informationen werden in dem verteilten IOTA-Ledger gespeichert, wodurch eine Manipulation unmöglich wird. Das System besteht aus mehreren Komponenten und physischen Objekten, die zusammen interagieren und einen digitalen Zwilling von Produkten abbilden.

Es gibt auch schon ein schönes Proof of Concept, bei dem eine Kaffeetasse mit einem NFC Chip ausgestattet, durch ein Lesegerät erkannt und identifiziert werden kann. Weitere Informationen über das Projekt und dem dahinter stehenden Unternehmen, kann euch der CEO von Things Lab, Stefano Della Valle, im Interview erzählen. Viel Spaß beim Lesen!  

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Interview

Die Fragen des Interviews wurden von Stefano Della Valle, Mitgründer and CEO of Things Lab beantwortet.

Beschreibe bitte das Projekt kurz und einfach

Wir arbeiten an einer Reihe von Bausteinen, die in unterschiedlichen Bereichen einsetzbar sind. Die ursprüngliche Idee bestand darin, das Problem der "Identität der Dinge" zu lösen, in dem die Authenticität der Daten geprüft wird, die von Sensoren erzeugt werden. Dies ist der erste Schritt, um wertvolle Daten zu erhalten. In meiner vorherigen Tätigkeit habe ich bereits an diesen Themen gearbeitet und dazu eine Smart Card verwendet. Als ich vor einigen Jahren von IOTA hörte, war mir sofort klar, dass es dadurch eine Möglichkeit gab, dieses Problem ein für alle Mal zu lösen.

ProductID ist eine spezielle Lösung die auf einer Smart Card basiert, durch die man mit in Zusammenarbeit mit einer Webanwendung die Identität eines Produktes bestätigen kann. Sie ist vielseitig und in unterschiedlichen Bereichen anwendbar. Kurz gesagt: Die Smart Card fungiert als Sicherheitselement das Signaturen basierend auf asymmetrische Schlüsseln erzeugt. Der private Schlüssel wird niemals verraten und daher können diese Einheiten digitale Zwilling für beliebige Produkte abbilden.

Es gibt derzeit viele ähnliche Lösungen auf dem Markt, die aber oft daran scheitern, dass ihr Sicherheitselement statisch und leicht kopierbar ist. Oder aber es basiert auf zentralen Speicher- und Service-Providern, was dann aber als "Single Point of Failure" ein hohes Risiko darstellt.

Wir haben diese kritischen Punkte behoben, indem wir den verteilten IOTA-Ledger verwendet haben, den Tangle. Dadurch sind wir in der Lage, zentralisierte Speicher durch dezentral verteilte Speicher zu ersetzen. Darüber hinaus möchten wir auch das zentralisierte Frontend entfernen, damit die Markeninhaber von unserer Infrastruktur unabhängig sind.

An welche Zielgruppe ist das Projekt gerichtet?

Die Zielgruppe ist praktisch jeder Markeninhaber oder jede Produktbranche: Für kostspielige Produkte können individuelle Smart Cards verwendet werden. Für günstigere Produkte würden sich Smart Cards eigen die mit ganzen Chargen von Artikeln verknüpft werden.

Eine Smart Card könnte z.B bei Schmuck zum digitalen Echtheitszertifikat werden und dadurch ein entsprechendes Papierdokument komplett ersetzen. In der Modebranche können Smart Cards authorisierte Verkäufer identifizieren und die Herkunft der Produkte validieren. In der Lebensmittelbranche erhalten sowohl Markeninhaber als auch Kunden die Möglichkeit, auf die Produktgeschichte zuzugreifen und das Qualitätswesen zu kontrollieren. In der Schwerindustrie (Automobilindustrie, Luftfahrt usw.), in der Ersatzteile wichtige Bestandteile der Geschäftsprozesse sind, hilft die ProductID dabei den Missbrauch von Komponenten ztu verhindern. Auch die Verwendung von Komponenten die nicht die erforderlichen Spezifikationen erfüllen, können somit verhindern werden.

Auf welche Vision stützt sich das Projekt?

Wir verwenden IOTA, weil wir die Vision von IOTA und Qubic teilen: IOTA ist derzeit das einzige verteilte Ledger (DLT), mit dem wir professionelle Anwendungen erstellen können und dabei direkte Kontrolle über Kosten, Leistung und Zuverlässigkeit haben. Die sich daraus ergebende Effizienz hängt nicht mehr von dem Traffic des DLT-Netzwerks ab und wird auch nicht mehr von variablen Kosten, auf Grund von unterschiedlichen Transaktionsgebühren beeinflusst. Gleichzeitig werden die Daten aber auf allen Nodes des Netzwerks repliziert und somit unveränderlich gemacht. Eine perfekte Kombination aus Kontrolle über den privaten Node und der Widerstandsfähigkeit eines öffentlichen Netzwerks.

Technischer Teil

Welche Hard- und Software verwendet ihr?

Die von uns verwendete Hardware besteht aus Java-Smartcards mit RSA- und ECC-Kryptoprozessoren. Der Leser kann ein beliebiges NFC-fähiges Gerät sein, wie z. B. ein Smartphones. Auf der Softwareseite verwenden wir von uns entwickelte Programme auf der Basis von ReactJS und den IOTA Bibliotheken.

Die Kombination daraus, ist ziemlich genial:

  • Jede Karte erstellt ihre eigenen Schlüssel und veröffentlicht niemals den privaten Schlüssel.
  • Jede Karte ist gesichert, um jede Art von Manipulation mit ihrem eigenen Verriegelungsschlüssel zu verhindern.
  • Jede Karte ist mit einem privaten MAM Stream registriert, in dem alle kritischen Informationen gespeichert sind, geschützt und repliziert über den Tangle.
  • Die Nutzung jeder Karte wird in einem öffentlichen MAM Stream aufgezeichnet, sodass eine Front-End-Software ihre Gültigkeit überprüfen kann.

Wie läuft das Ganze technisch ab?

Die Geschichte

Wer steckt hinter dem Projekt?

Die Gründer sind:

  • Stefano Della Valle ist Mitbegründer und CEO von Things Lab, verfügt über langjährige Erfahrung in IT und TLC und hat für internationale Unternehmen wie Dell, BT, Vidyo und Itway gearbeitet. Er ist als starker IOTA-Anhänger auch Mitglied im IEN (IOTA Evangelisten Network) und bezeichnet sich als Experte für DLTs;
  • Alessandro Olivo ist Mitbegründer und Berater, gleichzeitig der Administrator von IOTA Italia und ebenfalls Mitglied des IEN. Außerdem ist er Mitbegründer und Berater mehrerer DLT-Unternehmen und leitendes Mitglied des Blockchain Education Network Italia.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen habt ihr?

Things Lab ist ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen mit ausgeprägten Kenntnissen in der modernen Anwendungsentwicklung, DLTs, IoT und komplexen Industrieumgebungen.

Was hat euch motiviert, das Projekt voranzubringen?

Wir glauben fest an die Entwicklung des DLTs und betrachten IOTA als eines der vielversprechendsten Projekte. Die Technologie hat uns dazu motiviert, weiter an unserer Lösung zu arbeiten, da sie hauptsächlich aufgrund der IOTA-Technologie erst möglich wurde. Ohne IOTA könnten alte, entscheidende Probleme konventioneller zentralisierter Ansätze nicht gelöst werden.

Was motiviert euch dazu, das Projekt fortzuführen?

Wir glauben, dass unsere Lösung für wichtige Faktoren wie Fälschungssicherheit, Nachverfolgung und Eigentumsverwaltung ein großer Schritt nach vorne ist. Wir glauben auch, dass sie in vielen Sektoren eine positive Veränderung bewirken kann. Da wir unsere Lösung jetzt aktiv auf den Markt bringen, werden wir hoffentlich ein gutes Feedback von unseren Partnern und Kunden erhalten und dadurch noch mehr motiviert sein, uns in Zukunft zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Kann die Community euch helfen? Wenn ja, wie?

Die Community ist herzlich eingeladen an dem Projekt teilzunehmen. Insbesondere bei einer Komponente, die aktuell darauf wartet, auf der IOTA-Ecosystem-Plattform veröffentlicht zu werden. Es handelt sich um dezentrale Webseiten auf Basis von IOTA, was alles Open Source zugänglich sein wird. https://medium.com/things-lab/distributed-web-with-iota-a-technical-overview-c707fed8298c

Kurz gesagt, wir haben eine einfache Möglichkeit entwickelt, Webseiten in IOTA-Bundles zu speichern. Der Umfang der IOTA-Webseite besteht darin, jedem IOTA-Node den Zugriff auf diese Webseiten zu ermöglichen, sodass eine wirklich verteilte Webplattform entsteht. Dies garantiert, dass das Front-End einer Anwendung nicht einmal mehr von seinem Erstellern angegriffen, verändert oder manipuliert werden kann.

Wir werden die Community auf allen unseren Kanälen über dieses Nebenprojekt auf dem Laufenden halten.

Zusammenfassend…

… bietet ProductID eine tolle Lösung um echte Produkte in der digitalen Welt abzubilden und zu Identifizieren. Things Lab (das Unternehmen dahinter) arbeitet aber auch schon in weiteren Bereichen des IOTA Ökosystems. Als Beispiel arbeiten sie derzeit an dezentralen Webseiten und bereiten Informationen auf, um sie der Community zugänglich zu machen.
Wir sind gespannt, was in der Zukunft noch alles von Things Lab zu hören sein wird!

Vielen Dank fürs Lesen!

Website: https://www.thingslab.technology/
Twitter: https://twitter.com/ThingsLabTech
Blog: https://medium.com/things-lab
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCFgs1HbtkzLP3J3xGNgZxSA